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Carpaltunnelsyndrom

Allgemeines: Das weitaus häufigste Kompressionssyndrom im Bereich der Hand betrifft den Nervus Medianus (Mittelnerven). Entweder durch Einlagerung von Flüssigkeit im Bereich der Sehnenscheiden, aber auch nach körperfernen Unterarmfrakturen kommt es zunächst schleichend, später jedoch für den Patienten immer deutlicher auftretend zu Gefühlsminderungen bis hin zur Gefühllosigkeit im Bereich der Finger 1-4. 

Diese tritt meist in den frühen Morgenstunden auf, wird aber auch bei dementsprechender Beanspruchung des Handgelenkes wie z.B. beim Umgreifen eines Fahrradlenkers oder Ähnlichem beobachtet. Anfänglich ist sie meist rückbildungsfähig, mit fortlaufender Dauer der Schädigung liegen oft auch Ruheschmerzen vor welche bis zur Schulter reichen. Die vom N. medianus versorgten Finger zeigen nicht nur eine Gefühlsminderung, im Spätstadium werden auch Muskelatrophien an der von ihm versorgten Daumenballenmuskulatur beobachtet. 

Diagnostik: Neben einer ausführlichen klinischen Befragung weisen einige Symptome und Untersuchungsbefunde klar und eindeutig auf dieses Krankheitsbild hin. Hier stehen an erster Stelle die nächtlichen Brachialgien (Armschmerzen) verbunden mit Kribbeln in den Fingern 1-4. Besonders Frauen nach der Menopause (letzte Regelblutung) sind von diesem Krankheitsbild betroffen, auftreten kann es jedoch in jedem Alter. Klinisch zeigen die Händen beim Beklopfen im Handgelenksbereich Schmerzen (Hoffmann-Tinel Zeichen) und das Überdehnen sowohl nach handrückenwärts als auch hohlhandwärts führt fast immer zu den oben genannten Symptomen. Der aussagekräftigste Befund ist die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit durch den Neurologen welche, im Seitenvergleich durchgeführt, bei Verlängerung derselben genau die Stelle markiert an welcher der Nerv eingeengt ist. Röntgenuntersuchungen sind nur dann indiziert, wenn in der Vergangenheit ein Trauma der körperfernen Unterarmknochen oder Handwurzelknochen vorgelegen hat. Dann können verschobene Knochenanteile ebenfalls zur Einengung der Nerven führen. 

Therapie: Konservative Behandlungsversuche sollten lediglich bei fraglichem neurologischen Befund und kurzer Anamnese (Krankheitsgeschichte) in Betracht gezogen werden. Dabei kommen antientzündliche Salben und Medikamente zur Anwendung und die betroffene Extremität wird in einer Schiene ruhiggestellt. Meistens hilft nur die operative Dekompression der Nerven. Diese kann heute auf endoskopischem oder offenem Wege geschehen und wird in der Regel ambulant durchgeführt. Während die endoskopische Dekompression zwar nur einen kleinen Schnitt im Handgelenksbereich benötigt trägt sie immer das Risiko einer Nervenverletzung mit sich. Die offene Dekompression benötigt einen um ca. 2,5 cm längeren Schnitt zwischen Daumen- und Kleinfingerballen und lässt während der gesamten Operation den Nerven erkennen. Ziel der Operation ist es durch die Durchtrennung des queren Handwurzelbandes den Nerv zu entlasten. Die Operation wird in der Regel in einer Betäubung des Armes (Plexusanästhesie) durchgeführt. Standardisierte Verfahren beinhalten eine Blutsperre während der ca. 20 min Operation und das Benutzen einer Lupenbrille um alle wichtigen Strukturen optimal zu erkennen. Als Ruhigstellung der Hand dienen heute viele Materialien. Man kann eine Gipslongette anlegen, es genügt jedoch bereits ein kräftiges Stahlwollekissen. 

Nachbehandlung: Eine Ruhigstellung der Hand für 2 Woche ist zu empfehlen, wenn auch die Bewegung der Finger bereits ab dem 1. post operativ Tag gestattet wird. Nach dem Ziehen der Wundfäden am 12. Tag sollte die Hand in Abhängigkeit der beruflichen Belastung noch 1-3 Wochen geschont werden. Während die nächtlichen Schmerzen im Regelfall bereits nach wenigen Tagen verschwinden, so muss der Pt. darauf hingewiesen werden, dass das Wiederkehren des Gefühles u.U. länger dauert. Die Länge der Erkrankung und das biologische Alter des Patienten spielen hier eine entscheidende Rolle. Empfehlenswert ist eine neurologische Kontrolle nach 3 Monaten. Gelegentliche Schmerzen im Bereich der Operationsnarbe bedürfen der Narbenpflege und Entlastung, sollten jedoch nach 6 Monaten verschwunden sein. 

 
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