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Dupuyten Kontraktur

Allgemeines: Insbesondere bei Männern kommt es im fortgeschritteneren Alter zu einer krallenartigen Beugestellung der Langfinger. Diese wird durch eine strang- oder knotenförmige Verdickung und Verkürzung der sogenannten Palmaraponeurose verursacht. 

Es handelt sich dabei um eine direkt unter der Haut gelegene bindegewebige Schicht welche insbesondere in der Hohlhand, aber gelegentlich auch an der Fußsohle durch bis jetzt nicht eindeutig geklärte Vorgänge schrumpft. Während gehäufte Verbindungen zu anderen Erkrankung (z.B. Zuckererkrankung, Alkoholismus) nicht bewiesen sind, so gilt eine genetische Veranlagung als gesichert. 

Diagnostik: In den allermeisten Fällen genügt eine Blickdiagnostik um zu erkennen, dass überwiegend im Bereich des 4. und 5. Fingerstrahles eine solche Verdickung vorliegt. Sie kann jedoch an allen Fingern einer Hand auftreten. Schmerzen werden in der Regel verneint, stellen jedoch immer, auch bei mäßiger Ausprägung der Erkrankung eine Operationsindikation dar. Das Bild ist entweder durch knotige oder strangförmige Verdickungen gekennzeichnet. Diese können sich von der Hohlhand bis zu den Endgliedern erstrecken. Die Beugefähigkeit der betroffenen Finger bleibt immer erhalten. Der Krankheitsverlauf ist uneinheitlich. Jahrelangem Stillstand mit nur minimaler Ausprägung folgt nicht selten eine schnelle Verschlechterung mit erheblichen Kontrakturen. Meist bds. an den Händen tritt diese Erkrankung auch an den Fußsohlen als Ledderhos´sche Kontraktur auf. Die Erkrankung ist NIE bösartig, neigt jedoch auch nach Therapie zum Wiederkehren. 

Therapie: Da das Ziel der Behandlung die Wiederherstellung der Handfunktion durch eine Streckverbesserung der betroffenen Fingern ist, ist die konservative Therapie zum Scheitern verurteilt, da sich diese Stränge auch durch Dehnübungen nicht entfernen lassen. Die Operation (Entfernung der bindegwebigen Knoten und Stränge) ist dann indiziert, wenn die Krallenstellung der Finger zur Beeinträchtigung der Funktion führt oder wenn Schmerzen durch Kompression von Fingernerven entstehen. Meist wird ambulant in einer Armbetäubung unter Zuhilfenahme einer Lupenbrille über Zick-Zack förmige Schnitte das veränderte Gewebe freigelegt und unter Schonung der darunterliegenden Nerven und Gefäße entfernt. Dies gestaltet sich oft schwierig, da diese Strukturen miteinander verbacken sein können. Nach kompletter Entfernung muss auf eine gute Blutstillung geachtet werden. Als Ruhigstellung kommen Stahlwollekissen und Gippschienen in Frage. 

Nachbehandlung: Nach einer 2-wöchigen Ruhigstellung sind keine Verbände mehr notwendig. Anfängliche Verkrustungen lösen sich nach einigen Wochen ab. Eine krankengymnastische Übungsbehandlung sollte bereits während der Ruhigstellung begonnen werden, um Verklebungen vorzubeugen. Später wird eine eigenständige Beübung der Finger unter Mitbenutzung von fetthaltigen Salben für 2-3 Monaten empfohlen. Narbenschmerzen können gelegentlich über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben. Um erneute, sich schnell ausbildende Kontrakturen zu vermeiden, kommen in bestimmten Fällen auch spezielle Nachtschienen zur Anwendung. 
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